Freiwilliges Engagement verbindet
Was macht Ehrenamt attraktiv, sinnvoll und nachhaltig? Die ASA-Freiwilligen Laila und Thamie untersuchen diese Frage gemeinsam mit masifunde und Niedersachsen.GLOBAL.
Ehrenamt gehört zum Alltag von masifunde: In Deutschland übernimmt unser Vorstand seine Aufgaben ehrenamtlich, weitere Engagierte bringen Zeit, Ideen und Wissen ein. Über weltwärts begleiten Freiwillige unsere Arbeit und sammeln Erfahrungen in einem anderen Land. Diese unterschiedlichen Formen des Engagements verbindet eine Frage: Was brauchen Menschen, damit sie sich gerne einbringen und ihr Einsatz langfristig etwas bewirkt?
Damit beschäftigen sich Laila und Thamie im ASA-Forschungsprojekt „Connecting Civil Society“. Jeweils drei Monate forschen sie in Deutschland und Südafrika. Unser Projektpartner Niedersachsen.GLOBAL vernetzt zivilgesellschaftliche Organisationen und fördert internationale Zusammenarbeit und solidarisches Handeln. Gemeinsam betrachten wir sowohl den Austausch zwischen beiden Ländern als auch das Engagement junger Menschen vor Ort.
In Workshops, Interviews und Online-Befragungen kommen Freiwillige und Organisationen zu Wort. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, geben aber wichtige Hinweise darauf, was Engagement ermöglicht und wo es schwierig wird.
Mitmachen muss möglich sein
In der südafrikanischen Forschungsphase wird deutlich: Die befragten jungen Menschen möchten sich für ihre Gemeinschaft einsetzen. Sie verbinden Freiwilligenarbeit mit Ubuntu, gegenseitiger Unterstützung und Verantwortung füreinander. Gleichzeitig wollen sie Fähigkeiten entwickeln, Erfahrungen sammeln und ihre beruflichen Perspektiven verbessern.
Doch selbst großes Interesse führt nicht automatisch zur Teilnahme. Fehlende Informationen, Transportkosten und finanzielle Einschränkungen können Engagement verhindern. Für unsere Arbeit in Gqeberha ist das eine wichtige Erinnerung: Wer junge Menschen zum Mitmachen einlädt, muss auch berücksichtigen, ob sie sich den Weg und die dafür benötigte Zeit leisten können.
Engagement braucht einen fairen Rahmen
Junge Menschen möchten verstehen, welchen Beitrag sie leisten und was sie dabei lernen können. Klare Aufgaben, Begleitung und Anerkennung machen einen Unterschied. Gerade bei hoher Arbeitslosigkeit verdient die Grenze zwischen einer wertvollen Lernerfahrung und unbezahlter Arbeit besondere Aufmerksamkeit.
Auch Organisationen brauchen dafür Ressourcen. Freiwillige einzuarbeiten und zu begleiten kostet Zeit. Für masifunde stellt sich deshalb die Frage, wie wir Engagement so gestalten, dass es den Freiwilligen Entwicklung ermöglicht und zugleich unsere Arbeit verlässlich unterstützt.
Diese Überlegung betrifft auch das Ehrenamt in Deutschland. Wer neben Beruf und Familie Verantwortung übernimmt, braucht überschaubare Aufgaben, gute Zusammenarbeit und Wertschätzung.
Über den einzelnen Einsatz hinaus
Die deutsche Forschungsphase zeigt Chancen und Herausforderungen internationaler Freiwilligendienste. Teilnehmende berichten von persönlichem Wachstum und neuen Perspektiven, aber auch von Sprachbarrieren, Einsamkeit und kulturellen Missverständnissen.
Für unsere weltwärts-Zusammenarbeit unterstreicht das die Bedeutung guter Vorbereitung, gegenseitigen Lernens und klarer Erwartungen. Ebenso wichtig ist, was nach einem Einsatz bleibt: Wie wird Wissen weitergegeben? Wie profitieren die gastgebenden Teams? Und wie können Freiwillige anschließend verbunden bleiben und sich weiter engagieren?
Aus beiden Forschungsphasen ergeben sich vier zentrale Voraussetzungen: Zugang, sinnvolle Aufgaben, Anerkennung und Kontinuität. Für masifunde bietet das Projekt damit einen Anlass, unsere eigenen Angebote und Partnerschaften weiterzuentwickeln. Denn die Menschen, die sich bei uns engagieren, gestalten unsere Arbeit mit – in Deutschland ebenso wie in Südafrika.
Den vollständigen Forschungsbericht kann bei Sören Barge barge@niedersachsen.global angefragt werden (ab 31.10.2026).



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