03.07.2019

Gemeinsam: Stark!

Anstatt in Isolation, arbeiten Organisationen immer öfter in Partnerschaft. Masifunde ist hier Vordenker und treibende Kraft in mehreren Prozessen.

Dass man gemeinsam mehr erreichen kann, lernt man meist schon im jungen Alter in Kindergarten und Grundschule. Und so hat es sich auch im gemeinnützigen Sektor herumgesprochen, dass Organisationen davon profitieren können, wenn sie sich nicht abschotten und als Konkurrenten sehen sondern wenn sie sich regelmäßig austauschen, voneinander lernen, und im Idealfall gar kooperieren und Synergie-Effekte ausnutzen.
Masifunde hat daher in der Vergangenheit bereits viele Formate etabliert, die Organisationen aus der Isolation zur Kooperation gebracht haben, wie z.B. ein Forum aller Kindergärten in Walmer Township, oder das monatliche Stakeholder Breakfast, das alle in Walmer Township aktiven Organisationen zusammenbringt.

Seit fast zwei Jahren ist Masifunde auch einer der treibenden Kräfte in zwei sogenannten Multi-Stakeholder Prozessen, die stadtweit Organisationen zusammenbringen und nun erstmalig auch gemeinsam Projekte implementieren werden.

Zum einen ist das die Initiative OASIS (Organising After School and In School Support), in der sich Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zusammengeschlossen haben, die mit ihren Programmen Defizite in Schulen beheben wollen. Zunächst arbeiteten die Organisationen gemeinsam an Qualitätsstandards und an Richtlinien, wie man sicherstellen kann, dass die Interventionen an Schulen akzeptiert und integriert und letztlich auch zu der angestrebten Anhebung des Bildungsniveaus führen und nicht etwa Fremdkörper oder gar Störfaktor sind. Für die zweite Hälfte des Jahres nun haben die Organisationen in Partnerschaft mit dem Bildungsministerium eine zu weiten Teilen dysfunktionale Schule identifiziert, mit der gemeinsam die erarbeiteten Konzepte getestet werden sollen. Im Dialog mit der Schulleitung, Lehrern, Eltern und Schüler*innenvertretung und unter Federführung der Nelson Mandela University wurde aus dem Portfolio der Programme und Angebote alle Organisationen eine gemeinsame Intervention entwickelt. Mit Masifunde werden nun elf weitere Organisationen Programme für Schüler*innen, Eltern, Lehrer und Schul-Management anbieten. Die Schule kommt so in den konzentrierten Genuss, der besten und bedarfsgerechtesten Programm-Komponenten aller teilnehmenden Organisationen.

Ein zweiter so genannter Multi-Stakeholder Prozess ist das stadtweite Safer Schools Forum. Gegründet im Rahmen von Masifundes „Youth for Safer Communities“ Projekts, bringt das Forum alle Organisationen zusammen, die sich mit dem Thema Schul- und Community-Sicherheit beschäftigen. Für die kommenden zwei Jahre hat sich das Forum nun das Fokus-Thema „Gender Based Violence“ vorgenommen und gemeinsam mit dem Bildungsministerium eine Schüler*innenkampagne für zwanzig High Schools entwickelt. Sechs NGOs werden gemeinsam Schüler*innen dieser Schulen in ihren Methoden und Ansätzen schulen und zu Multiplikator*innen für ihre Schulen ausbilden. Das Vorhaben wird von der GiZ finanziert.

Schon jetzt können erste Lehren aus den zwei Vorhaben gezogen werden. Die Qualität der geplanten Interventionen wirkt deutlich höher, als die von Interventionen, die Organisationen in Isolation erarbeiten. Hier sieht man deutlich den Mehrwert, wenn viele erfahrene Köpfe gemeinsam ihr Wissen einfließen lassen. Gleichzeitig ist ein Multi-Stakeholder Prozess auch eine langwierige und langsame Angelegenheit, da nicht top-down sondern dialogisch und konsens-orientiert gearbeitet werden muss. Auch bei der Finanzierung und Implementierung gemeinsamer Vorhaben tun sich viele Hürden auf, da jede Organisation über eigene interne Prozesse, Abwicklungs- und Abrechnungsmodalitäten verfügt.

So bleiben beide Vorhaben extrem spannende Lernfelder für Masifunde, bei denen wir aktiv an der Lösungssuche mitwirken werden, um in Zukunft noch öfter, effizienter und effektiver Kooperationen zwischen Organisationen anregen und moderieren zu können.

Autor*in

Jonas Schumacher
Managing Director

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