Unsere Geschichte

Eine Idee wächst

2003 initiierte Jonas Schumacher die Bildungsprogramme des gemeinnützigen Vereins Masifunde und ermöglichte gemeinsam mit Freunden zunächst fünf Kindern eine exzellente Schulausbildung. Seitdem ist in Port Elizabeth, Südafrika, ein Projekt entstanden, an dem mehr als 200 bedürftige Kinder und Jugendliche teilnehmen und von dem viele weitere profitieren.

Aus Erfahrung lernen

Inspiriert und angetrieben wird Jonas Schumacher von seinen eigenen Erfahrungen – sowohl seinen Zivildienst, als auch sein Master-Studium absolviert er in Port Elizabeth und bleibt stets mit Walmer Township verbunden. In einer der zahllosen Blechhütten lebend, erfährt er 1998 bis 2000 die täglichen Herausforderungen der Township-Bewohner hautnah – ohne fließendes Wasser, ohne Heizung und ohne jegliche Infrastruktur.

 

Bei der Rückkehr für sein Studium 2003 wird Jonas Schumacher schnell deutlich, dass fehlende Chancengleichheit das zentrale Problem ist – er findet intelligente und motivierte Freunde von damals teils arbeitslos, teils alkoholabhängig und meist vollkommen perspektivlos. Für Jugendliche aus dem Township ist es selbst bei höchster Anstrengung und Potenzial sehr schwierig, einen guten Schulabschluss – geschweige denn einen Universitätsabschluss – zu erlangen und so ins gesicherte Berufsleben einzusteigen. Jonas Schumacher beschließt gemeinsam mit Freunden aus Walmer Township, einen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit zu leisten. Der damalige Ansatz ist schnell klar und gilt bis heute – wichtiger ist es, eine kleinere Anzahl von Kindern wirkungsvoll und qualitativ hochwertig zu fördern, als möglichst viele Kinder in Programme mit kleiner Wirkung aufzunehmen: Qualität vor Quantität! Intensive, ganzheitliche Unterstützung ist entscheidend, sodass gut ausgebildete junge Menschen letztlich nicht nur sich selbst zu Vorbildern entwickeln, sondern auch in ihrem Umfeld Entwicklungen anstoßen können.

Die Vereinsgründung

Während in Südafrika gerade die ersten fünf Patenkinder eingeschult und umfassend betreut werden können, kehrt Jonas Schumacher nach seinem Universitätsabschluss nach Deutschland zurück. Hier nutzt er die Expertise von Professoren und Fachleuten in Fragen der Entwicklungszusammenarbeit und Entwicklungspolitischen Bildung und gründet den gemeinnützigen Verein Masifunde Bildungsförderung. Dieser soll nicht nur die langfristige Finanzierung des Projekts in Südafrika gewährleisten, sondern auch dessen Qualität sicherstellen. Junge Menschen in Deutschland, Südafrika und anderen Teilen der Welt sollen Masifunde gemeinsam gestalten.

Ausgezeichnet!

Das Konzept der völkerverbindenden Arbeit von jungen Erwachsenen für Kinder und Jugendliche sorgt für Aufsehen, findet viele Unterstützer und wird mehrfach geehrt. Die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries übernimmt im Dezember 2004 die offizielle Schirmherrschaft. Im Jahr 2006 wird Masifunde einer der Preisträger des bundesweiten „StartSocial“ Preises für Nachhaltigkeit, Innovation und Professionalität. Das Engagement Jonas Schumachers wird 2007 von seiner Heimatstadt Bensheim mit dem Förderpreis für Kinder- und Jugendarbeit honoriert; und für das Engagement, die Kreativität und Leidenschaft, mit dem sich Masifundes Ehrenamtlichen für gerechte Bildungschancen in Südafrika einsetzen, wird Masifunde 2008 zu einem der ausgezeichneten Orte in „Deutschland - Land der Ideen“ ernannt. Im gleichen Jahr noch durfte sich das Team über den renommierten „Marion Dönhoff Preis“ der ZEIT-Stiftung für internationale Verständigung und Versöhnung freuen. 2011 wird Masifunde für den Deutschen Engagementpreis nominiert.

Engagement für die gute Sache

Nach der Ehrung mit dem „Marion Dönhoff Preis“ beschließt Jonas Schumacher 2009, seinen sicheren Arbeitsplatz in Deutschland aufzugeben und Masifunde in Südafrika in Vollzeit zu unterstützen. Um dem Grundsatz, 100 Prozent der Spendengelder für die Projektarbeit einzusetzen, treu zu bleiben, finanziert Schumacher seinen Aufenthalt zunächst als weltwärts-Mentor. Seit 2011 wird er über das Programm „Dialog und Lebendige Partnerschaft“ der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungshilfe (AGEH) finanziert. Mit seiner Unterstützung kann die Arbeit in Südafrika seither weiter formalisiert werden und die Programme wachsen stetig. Zur schulischen Förderung einzelner Kinder kam mit „Learn4Life!“ das außerschulische Bildungsprogramm Masifundes hinzu. Hier werden mittlerweile mehr als 200 Kinder und Jugendliche zu Multiplikatoren ausgebildet, die ihr Wissen teilen und ihre Umwelt bewegen. Jährlich werden weitere 30 junge Menschen in das Programm aufgenommen. Darüber hinaus können vier bis sieben Kinder eingeschult und in der nachmittäglichen Hausaufgabenbetreuung umfassend unterstützt werden.