Täglicher Trubel im Wabamkela Kindergarten

Unsere Freiwillige Johanna hat von Januar bis Juni in unserem Wabamkela-Kindergarten mitgearbeitet. Hier erzählt sie vom Alltag mit den Kleinen.

 

Vierzig Kinder zwischen drei und sechs Jahren rennen morgens um 8:30 schreiend durch die große Halle des Jugendzentrums: Wilkommen im Wabamkela-Kindergarten!

 

Für gute fünf Monate erlebe ich jeden Vormittag den Trubel des Wabamkela Kindergartens. Das Team, bestehend aus der Köchin Noxi, unserer Geschichten-Omi "Mama Daina" und den zwei Lehrerinnen Portia und Siphokazi, ist immer herzlich und sorgt jeden Tag dafür, dass die Kleinsten aus dem Township nicht unbeaufsichtigt auf der Straße spielen, eine warme Mahlzeit bekommen und schon jetzt erste Buchstaben und Zahlen und ein bisschen Englisch lernen. Früh übt sich eben.

 

Es ist mir nicht schwer gefallen, mich in die tägliche "Routine" des Kindergartens einzufügen - genauso wenig, wie typisch südafrikanisch auch mal Spontanität an den Tag zu legen, wenn jemand krank wird, der Strom ausfällt oder das Gas leer ist. Mach das Beste aus dem, was grade da ist.

 

Jeden Morgen, wenn gegen 9 endlich alle eingetrudelt sind, geht es erst mal eine Stunde in den Park. Ein kleiner Spielplatz mit einer Rutsche, einem Klettergerüst und einem Karussell reicht schon aus, um unsere 40 Kids für gute 60 Minuten zu beschäftigen - und das jeden Tag. Die südafrikanischen Kinder sind weitaus dankbarer für das, was sie haben. Auch, wenn sie das nicht so ausdrücken und sich trotzdem beschweren, weinen, sich hauen und ärgern: alles in allem sind sie doch glücklich mit dem Spielzeug, dass wir bieten können. Und das ist nicht viel. Nach dem Park liest unsere "Makulu" eine Geschichte vor. Wir sprechen über Tiere, lesen manchmal Bücher oder hören auch schon mal die Ostergeschichte aus der Bibel. Was auch gerade dran ist: die Kids hängen "Makulu" an den Lippen. Danach basteln oder malen wir, passend zu dem, was gerade gehört wurde. Wir schnippeln die Tiere Afrikas aus oder machen eine Kollage aus Obst und Gemüse, das gesund ist und Kraft gibt. Wir malen Gesichter, Kneten die neusten Kuchenkreationen und kleben möglichst alles voll- außer unser Papier natürlich. Es ist immer herausfordernd, allen knapp 20 Kindern der kleinen Gruppe möglichst gleich viel Aufmerksamkeit zu geben und trotzdem zu berücksichtigen, dass einige weiter sind und mehr können als andere. Herausfordernd vor allem, da die Kinder nur Xhosa sprechen und noch wenig Englisch verstehen - ich bin immer wieder erstaunt, wie gut wir uns alle aber mit Zeichensprache und Gesten verständigen. Wenn es wirklich wichtig ist, dann machen sie mir schon klar, was sie wollen.

 

Wenn vor dem gemeinsamen Mittagessen noch freie Zeit ist, spielen unsere Kleinen mit ihren Puppen, benutzen Holzklötze als Handys oder schmökern einfach in der Bücherecke. Sobald das Essen fertig ist wird aufgeräumt und zum Dank gesungen. Dann lässt es sich jeder schmecken und wir "Teacher", wie wir von den Kids genannt werden, können uns etwas ausruhen - bevor wir für die nächste Gruppe im Jugendzentrum vorbereiten und Tische zum Hausaufgabenmachen stellen. Jeder fängt mal klein an... und unsere Wabamkela-Kids machen sich jetzt schon ziemlich gut!