Nomfusi sprüht vor Tatendrang

Sie ist klein, trägt eine blaue Schuluniform und redet so schnell, dass man genau hinhören muss, um alles aufzusaugen was sie erzählt. Wenn sie redet, strahlen ihre Augen. Was sie sagt, bewegt und inspiriert. Und wenn sie von Masifunde spricht, muss man fast schon mitschreiben, weil sie an so vielen Projekten teilnimmt.

 

Nomfusi Msizi ist 17 Jahre alt und geht in die zwölfte Klasse der Blessing Christian School in Port Elizabeth. Sie geht gern zur Schule, sagt sie. Und das zeigt sich auch in ihren Noten: Sie ist eine Vorzeigeschülerin. Als Klassenbeste wurde sie deshalb in der fünften Klasse in das Masifunde Learn4Life!-Programm aufgenommen. Seitdem ist Masifunde aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken. Nomfusi kennt Masifunde in und auswendig: Sie kennt die Programme, weiß über die Prinzipien und Ziele der Organisation bestens Bescheid und sprüht nur so vor Tatendrang. In der siebten Klasse trat sie deshalb zusätzlich dem Masifunde Chor bei. „Eine wirklich gute Sängerin bin ich nicht“, sagt sie und lacht. „Doch ich musiziere sehr gern mit anderen. Ich fühle mich in der Gruppe aufgehoben“. 2013 wollte sie wieder etwas Neues ausprobieren – und schrieb für das Masifunde Jugendmagazin „Walmers Own“. Im gleichen Jahr war sie ebenfalls aktives Mitglied der „Born Free“ Theatergruppe. 2014 wurde sie schließlich Teil der Masifunde Kunstgruppe. Am besten gefällt ihr bei Masifunde jedoch seit jeher Learn4Life!, denn hier fing alles für sie an. Was sie an den wöchentlichen Gruppenstunden schätzt, ist dass so viele unterschiedliche Themenbereiche abgedeckt werden und sie so jede Woche etwas Neues dazulernen kann. „Ich liebe es, mir Wissen anzueignen, zu diskutieren und mich mit meinen Freunden darüber auszutauschen. Irgendwann einmal würde ich sehr gerne auch Learn4Life!-Gruppenleiterin werden – das wäre mein Traum.“



Was ihren Berufswunsch angeht, ist sie sich noch nicht sicher. Karrieren kann sie sich viele vorstellen: Von der Naturwissenschaftlerin bis hin zur Wirtschaftsprüferin – vorstellbar ist alles für sie. Trotzdem sieht sie einige Hürden auf sich zukommen, wenn sie von ihrer beruflichen Zukunft spricht. „In Südafrika existiert eine Vielzahl an gesellschaftlichen Problemen, die Menschen daran hindern, selbst aktiv zu werden und ihren eigenen Zielen nachzugehen. Das merke ich immer wieder, insbesondere im Hinblick auf Frauen und ihre Stellung in unserer Gesellschaft“, so Nomfusi. Sie sagt, manche denken, es koste zu viel Aufwand, etwas zu bewegen. Doch mit diesem Argument sei sie nicht einverstanden, das wäre ihr zu naiv. „Jeder Mensch hat das Potential, etwas verändern zu können – man muss es nur für sich selbst realisieren. Mein Ziel ist es, der Gesellschaft zu zeigen, dass Frauen selbstbewusst und stark genug sind, das Stigma zu durchbrechen, nur Männer könnten in Südafrika Karriere machen. Jeder kann Veränderung in der Gesellschaft herbeiführen, unabhängig vom Geschlecht, der Hautfarbe und dem Alter: JEDER kann die Veränderung selbst sein.“ Nomfusi lebt diese Lebenseinstellung und will sie an ihr Umfeld weitergeben. „A CHANGE IS A CHANGE, auch wenn es nur eine kleine ist“, sagt sie und lächelt. „Das ist mein Lieblingsmotto. Ich erkläre es oft mit einer Metapher, einem Mückenstich: Eine Mücke ist ein so kleines Wesen, das scheinbar unwichtig und überflüssig ist und in unserem Leben kaum Beachtung findet. Doch wenn sie dich sticht, nimmst du sie wahr. Egal wie klein du bist, egal wie klein dein Einfluss auf das Leben eines anderen Menschen für dich sein mag – jeder, aber auch wirklich jeder kann Veränderung bewirken.“