Jasper Ncube bei der Deutsch-Afrikanischen Jugendinitiative

Der südafrikanische Masifunde-Mitarbeiter Jasper Ncube kam zum Auftakt der Deutsch-Afrikanischen Jugendinitiative (DAJ) Ende Juni nach Deutschland. Wie es war, berichtet er hier.

 

Was ist die Deutsch-Afrikanische Jugendinitiative (DAJ) und welche Rolle spielt sie für Masifunde?


Die DAJ soll die Kooperation zwischen den afrikanischen Ländern und Deutschland stärken. Es soll ein Austausch hergestellt werden, in dem Leute nicht nur von Deutschland oder Afrika hören und lesen, sondern eine tiefere kulturelle Erfahrung des jeweils anderen Landes erleben.
Masifunde ist bereits durch den Austausch von Langzeitfreiwilligen involviert, mit Partnern wie SAGE Net. SAGE Net erlaubt es jungen Erwachsenen aus Deutschland etwa, in Südafrika einen einjährigen weltwärts-Freiwilligendienst zu absolvieren, um unter anderem  die südafrikanische Kultur kennen zu lernen. Umgekehrt gibt es die Möglichkeit für junge Südafrikanerinnen und Südafrikaner für ein Jahr nach Deutschland zu gehen. Dabei denke ich etwa an Manelisi, der ein Jahr in Deutschland war und jetzt fließend deutsch spricht. Ich war leider zu kurz da, um mich näher mit der Sprache auseinanderzusetzen, habe aber den Eindruck, dass es sehr schwer ist. Umso beeindruckender ist die Leistung von Manelisi.


Wie hast Du Deutschland erlebt?


Mit meinem Besuch in Deutschland habe ich das erste Mal europäischen Boden betreten. Ich konnte ein paar Tage in Mainz sowie in Bonn verbringen. Deutschland war sehr schön, natürlich aber auch ungewohnt. Vieles ist anders, wie zum Beispiel die Arbeitseinstellung: Ich habe kaum jemanden gesehen, der grund- und ziellos umher gelaufen ist. Die Leute, die man auf der Straße sieht, haben eine Aufgabe und schweifen nicht mit den Blicken ab. In Südafrika bleibt man auch mal stehen, nur um einen Baum zu bewundern oder sich eine Verschnaufpause zu gönnen.


Wie war die Zusammenarbeit mit dem deutschen Masifunde-Team?


Ich bewundere das deutsche Team sehr für die Arbeit, die sie machen. Ich habe Menschen kennengelernt, die jetzt meine Freundinnen und Freunde sind. Ehemalige Freiwillige, die ich noch aus Südafrika kannte, habe ich wieder gesehen. In Mainz konnte ich mich mit unserem Vorsitzenden Jacob und Christina aus dem Finanzteam treffen, was für mich als Finanzverantwortlichen in Südafrika sehr interessant war. Wir haben uns über verschiedene Themen im Zusammenhang mit Fundraising unterhalten und ich konnte eine Menge mitnehmen. Ich mochte die Arbeitsatmosphäre und die Hingabe. Diese Helferinnen und Helfer werden nicht bezahlt, aber alles läuft trotzdem reibungslos.

Das Interview führte Frederick Rieuwerts, Weltwärtsfreiwilliger bei Masifunde