Interview: „Ich erkannte, wie wichtig informelles Lernen ist.“

Unsere südafrikanische Mitarbeiterin Linda Zali verbrachte im September neun Tage in Deutschland. Im Interview erzählt sie von ihrer Reise.

 

Du warst bei Deinem Deutschlandbesuch Stargast unserer Jubiläumsfeier. Wo warst Du sonst noch unterwegs?


Linda: Ich habe eine Menge Orte besucht. Ich besuchte das Kinderhaus Blauer Elefant des Kinderschutzbundes in Mainz und die Evangelische Stiftung Arnsburg in Lich, unser Partner des Connecting Continents Projekts. Beide machen wunderbare Arbeit, die der von Masifunde in Südafrika sehr ähnlich ist. In Berlin traf ich die Kinder unserer Partnerschule, der Montessori-Grundschule „Sternenwiese“. Bei den Falken lernte ich, wie demokratische Jugendcamps organisiert werden können. Als erstes Resultat haben wir für unser diesjähriges Summercamp zum Thema Demokratie einen Schülerrat eingerichtet, der die Interessen aller Kinder bei der Planung des Camps vertritt.


Auf einer Konferenz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hast Du an einem Podium zum Thema Jugend und Bildung in Afrika teilgenommen. Was ist Dein Eindruck, was muss sich auf dem afrikanischen Kontinent im Bereich der Bildung verbessern?

Linda:
Es war ein Privileg für mich Teil der Konferenz „Chancenkontinent Afrika“ sein zu dürfen. Neben Diskussionen und Austausch über politische Maßnahmen ergab sich mir die Möglichkeit Masifundes Ansatz einer ganzheitlichen Bildung zu präsentieren. Ich bin sehr froh, dass dieser Ansatz als Empfehlung für die künftige Afrikapolitik der Bundesregierung festgehalten wurde. Außerdem erkannte ich bei der Konferenz, wie wichtig informelles Lernen für Jugendliche ist.


Dein Besuch in Deutschland ist jetzt mehr als zwei Monate her. Was sind Deine bleibenden Eindrücke?

Linda: Deutschland ist ein wunderschönes Land. Ich war beeindruckt, wie organisiert das deutsche Masifunde-Team ist und was mit Ehrenamt alles möglich ist. Aus irgendeinem Grund dachte ich immer, das deutsche Team hätte eine Hauptverwaltung, aber zu meiner Überraschung war da keine. Das deutsche Team hat einen solchen inneren Antrieb und eine solche Hingabe dafür, die Leben anderer zu verbessern.