Für mehr Sicherheit in Walmer

Ein neues Projekt reiht sich in die Kriminalitätsprävention bei Masifunde ein. Gemeinsam mit einer Kapstädter Forschungsinstitution (CJCP) führt Masifunde ein Fünfjahresprojekt in Walmer Township durch.

Laut Statistik finden in Südafrika alle drei Minuten ein Einbruch und alle fünf Minuten ein Überfall statt. Die Mord- und Vergewaltigungsraten sind in Südafrika so hoch wie in fast keinem anderen Land. Besonders betroffen sind vor allem die Townships, wo Gewalt und Kriminalität für viele Teil des Alltags geworden ist. Die sozio-ökonomischen Auswirkungen sind für die Gesellschaft katastrophal und richten nachhaltigen Schaden an.


In Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut CJCP (Centre for Justice and Crime Prevention) und der University of Cape Town, hat Masifunde ein fünf Jahres Projekt unter dem Namen UMHLALI (übersetzt: „der gute Bürger“) entwickelt, welches die reale Sicherheit sowie die gefühlte Sicherheit der Bewohner verbessern soll. Hierzu werden zahlreiche Interventionen durchgeführt, die an all den Stellschrauben drehen, die Kriminalität und Gewalt präventiv reduzieren können. Die Interventionen reichen von Sicherheits-Trainings an Schulen, Stärkung von sozial-schwachen Familien, Stärkung von Kindergärten, Training und Beratung für arbeitslose Jugendliche, sowie Aufklärungsprogramme zu Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Die Interventionen werden hierzu nicht neu erfunden, sondern es wird auf existierende und bereits getestete Programme zurückgegriffen. Einmalig ist dabei, dass all diese Programme intensiv über einen kurzen Zeitraum von fünf Jahren in einer relativ kleinen Community parallel durchgeführt werden. Im Zusammenspiel erhoffen sich die drei Projektpartner, eine messbare Reduzierung von Kriminalität in Walmer Township zu erzielen.


Während Masifunde für einen Großteil der Implementierung zuständig ist, begleiten CJCP und UCT das Programm qualitätssichernd und aus akademischer Perspektive. Zunächst wurde eine umfassende Grundlagenstudie in 400 Haushalten durchgeführt, gegen die die Projektergebnisse jährlich gemessen werden sollen. Zudem werden alle Interventionen einzeln wissenschaftlich begleitet und deren Auswirkungen gemessen. In einigen Programmkomponenten gibt es daher Kontrollgruppen, um den direkten Vergleich zwischen Programm-Teilnehmern und Nicht-Teilnehmern erheben zu können.


Finanziert durch die britischen Förderer, Comic Relief und Human Dignity Foundation, stellt das Projekt nicht nur eine einmalige Chance für Walmer Township und somit auch die Kinder und Familien der Masifunde-Programme dar, sondern gibt auch Masifunde als Organisation neue Einblicke in Projekt-Gestaltung und die wissenschaftliche Auswertung von sozialen Programmen.
Das Interesse an dem Programm und deren Ergebnissen ist bereits groß; durch Veröffentlichungen sollen die Ergebnisse daher der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Alle Interventionen sind zu dem open-source und werden interessierten Organisationen unentgeltlich zugänglich gemacht.