„Born Free“ auf den Brettern des National Arts Festivals

Die Masifunde Theatergruppe „Born Free“ reiste Anfang Juli zusammen mit ihrer Gruppenleiterin Zena nach Grahamstown, um ihr selbstgeschriebenes Stück „The Legacy“, auf deutsch „Das Vermächtnis“, auf dem international anerkannten Kultur- und Musikfestival National Arts Festival aufzuführen.

 

Gut vorbereitet zum National Arts Festival

Vom 02. bis 13. Juli versammelten sich lokale, nationale und internationale Größen in den Bereichen Musik, Kunst und Theater zum alljährlichen National Arts Festival in Grahamstown. Das Festival gehört zu den meistbesuchten Veranstaltungen in diesem Bereich in Südafrika und zieht neben Gästen aus dem eigenen Land auch zahlreiche Besucher aus aller Welt an. Mit dabei: Die „Born Free“ Theatergruppe von Masifunde, die im Bereich der Kleinkünstler auftrat.


Es war nicht das erste Mal, dass das Stück „The Legacy“ von der Theatergruppe aufgeführt wurde. Letztes Jahr im Herbst war die Premiere in Port Elizabeth. Trotzdem mussten die Jugendlichen vor dem großen Auftritt in Grahamstown kräftig üben. Zweimal die Woche trafen sie sich zum Proben, um sich unter der Regie von Zena Bally, Leiterin der „Born Free“ Theatergruppe, gebührend vorzubereiten. "Wir gingen einzelne Szenen des Stücks immer wieder durch, bis alles perfekt saß," sagt Buhle Botha. Buhle hat die Hauptrolle von ihrer Vorgängerin Sarah Fina übernommen, die sich gerade in Deutschland für ein Freiwilliges Soziales Jahr befindet. Und nicht nur in Sachen Hauptrolle hat sich einiges geändert. Das Stück wurde von der Gruppe komplett überarbeitet und neue Szenen wurden hinzugefügt.

 

Der Geist des Wandels

Das Theaterstück „The Legacy“ gilt als Paradebeispiel für den Masifunde Change-Maker-Ansatz. "Die Jugendlichen, die in unseren Programmen aktiv sind, kommen aus einem benachteiligten sozialen Umfeld. Durch unseren Ansatz unterstützen wir sie aktiv, damit sie an sich selbst und an einen möglichen Wandel glauben," erläutert Zena. "Mit unserem Stück 'The Legacy' wollen wir auf die alltäglichen Probleme aufmerksam machen, mit denen wir als Township-Teenager konfrontiert werden," fügt Buhle hinzu. Dabei werden Themen weder zugespitzt noch beschönigt. Es geht ihnen darum, ein authentisches und realistisches Bild ihres Umfelds zu vermitteln. Darum war es den Jugendlichen wichtig, neben Themen wie Gewalt und Drogen-/Alkoholmissbrauch auch die Auseinandersetzung mit Homophobie und Fremdenfeindlichkeit in das Stück aufzunehmen.
Das Schauspiel bietet den Jugendlichen hierfür das perfekte Medium und die Bühne die optimale Plattform. "Die Menschen hier lieben Theater. Mit unseren Aufführungen können wir ernste Inhalte auf unterhaltsame Art ansprechen und so mit positiver Energie einen Wandel anstoßen,“ sagt Zena.

Die Masifunde „Born Free“ Theatergruppe verkörpert geschlossen den Geist des Wandels. Durch die Teilnahme am National Arts Festival in Grahamstown konnten sie einmal mehr ein großes Publikum erreichen, um auf die Probleme und Missstände aufmerksam zu machen, mit denen sie sich konfrontiert sehen. Das National Arts Festival gab ihnen zusätzlich die Chance, Bühnenerfahrung außerhalb der Stadtgrenzen Port Elizabeths zu sammeln und sich persönlich und als Gruppe weiterzuentwickeln. Sie haben den Ausflug nach Grahamstown sehr genossen und kommen mit reichlich frischen Erfahrungen und Ideen nach Hause.