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Masifunde's HIV/Aids-Policy

Südafrika ist mit 5,5 Millionen infizierten Menschen eines der meist betroffenen Länder der HIV/AIDS-Epidemie. Nach Schätzungen von UNAIDS sind in städtischen Townships, wie dem Walmer Township in Port Elizabeth, ca. 26% der Bevölkerung mit dem Virus infiziert. Somit sind auch die von Masifunde geförderten Kinder der Epidemie täglich in hohem Maße ausgesetzt. In dieser Policy nimmt Masifunde zu der sozialen Dimension von HIV/AIDS und den vielschichtigen Folgen Stellung. Sie betrifft alle an der Vereins- und Projektarbeit beteiligten Personen - insbesondere diejenigen, die in Zusammenhang mit Masifunde Kontakt zu den von Masifunde geförderten Kindern haben, wie zum Beispiel Angestellte und Praktikanten in Südafrika als auch das Team in Deutschland.


I. Position Masifundes
II. Maßnahmen
III. Ziele
IV. Download der HIV/AIDS-Policy



I. Position Masifundes

1. Prävention: Know your status!“/ „Lass Dich testen!“
Zur Bekämpfung von HIV und AIDS ist es fundamental, dass möglichst jeder seinen HIV-Status kennt. Viele Menschen lassen sich aus Angst vor der Erkrankung nicht testen und verwähren somit anderen Menschen aus ihrem Umfeld die Möglichkeit sich selbst vor einer Infektion zu schützen. Die Philosophie „Know your status“ wird von zahlreichen Aufklärungskampagnen befürwortet. Sie steht auch für Masifunde an erster Stelle und die Möglichkeit eines freiwilligen Tests soll dauerhaft unterstützt werden.

2. Aufklärungsarbeit: Jugendlichen muss ein verantwortungsvoller Umgang mit Sexualität vermittelt werden
Ein Lösungsansatz für sinkende Infektionsraten in Südafrika besteht in abstinentem Sexualverhalten. In unserer Zielgruppe ist ab einem gewissen Alter das Potential an HIV zu erkranken besonders hoch: Jugendliche zeigen verstärkt sexuelles Interesse und entwickeln in diesem Zusammenhang eine natürliche Neugierde. Diese wird auch durch Darstellungen in den Medien, wie zum Beispiel in populären Fernsehserien, verstärkt. Daher wählt Masifunde hierzu einen alternativen Präventionsweg: Ein verantwortungsvoller Umgang mit Sexualität soll vermittelt werden.

3. Keine Diskriminierung: Eine durch HIV direkt oder indirekt betroffene Person darf weder sozial, ökonomisch noch in anderer Form benachteiligt werden
Menschen mit HIV werden trotz leicht rückläufiger Stigmatisierungstendenzen und neuer Anti-Diskriminierungs-Gesetze immer noch in verschiedenen sozialen Kontexten benachteiligt. Der Verlust des Arbeitsplatzes, der Ausschluss aus der eigenen Familie, die Trennung vom Ehepartner sind nur einige Beispiele. Masifunde unterstützt insbesondere HIV-positive Menschen dabei, ihren Alltag – gemäß ihrer Krankheitssituation authentisch leben zu können. Das heißt, HIV-Infizierte sollten sich aufgrund äußerer Einflüsse nicht gezwungen fühlen, ihre Betroffenheit verstecken zu müssen. Mitarbeiter des Jugendzentrums und von Masifunde verlieren aufgrund einer HIV-Infektion nicht ihre Anstellung. Ebenso wenig werden die von Masifunde geförderten Kinder, die selbst infiziert sind oder deren Eltern mit dem Virus infiziert sind, aus den Bildungsprogrammen oder von anderen Aktivitäten ausgeschlossen. Masifunde spricht sich entschieden gegen die Benachteiligung der von HIV und AIDS betroffenen Menschen aus und wirkt dieser aktiv durch verschiedene Maßnahmen und Aufklärungsprogramme entgegen. Ziel dieser Maßnahmen ist vor allem, ein Bewusstsein für die gemeinschaftliche Unterstützung HIV-betroffener Menschen zu schaffen.

4. Gleichberechtigung: Die Position der gleichberechtigten Handlungsoptionen beider Geschlechter wird propagiert und vertreten
Frauen und junge Mädchen sind in Südafrika überproportional von HIV und AIDS betroffen. Ein Grund für diese Tatsache ist die untergeordnete gesellschaftliche Rolle der südafrikanischen Frau. Diese äußert sich vor allem in ihrem Beziehungsleben, insbesondere dem Sexualleben: Frauen sind gemäß ihres soziokulturellen Status oft nicht in der Position sexuelle Wünsche zu äußern beziehungsweise Regeln aufzustellen. Somit ist es ihnen häufig nicht möglich, gegenüber ihrem Partner auf geschützten Geschlechtsverkehr zu bestehen. Da die existierenden Geschlechterverhältnisse zentral für die Prävention neuer HIV-Infektionen sind, erkennt Masifunde die geschlechtsspezifische Dynamik der HIV/AIDS-Epidemie an. Masifunde vertritt deshalb als vierten grundlegenden Punkt die Meinung, dass insbesondere der gleichberechtigte Dialog zwischen jungen Menschen in ihrem Beziehungsleben zu fördern ist. Masifunde hat sein Bildungsangebot insbesondere nach der Perspektive ausgerichtet, die Verhandlungsposition und die Handlungsoptionen der Kinder – sowohl im Privaten als auch öffentlichen Bereichen - auf gleichberechtigter Ebene zu stärken.


II. Maßnahmen

Genaue Informationen über konkrete Maßnahmen werden in einem zusätzlichen Dokument, dem Maßnahmenkatalog, festgehalten. Die grundlegenden Punkte dieses Dokumentes sind:
a) Implementierung einer Vertrauensperson vor Ort, welche für Betroffene eine Orientierungshilfe in der Auswahl und im Zugang zu fachlich-kompetenter Hilfe und Ressourcen bieten soll.
b) Umfassende HIV/AIDS-Aufklärungsarbeit für Jugendliche im Rahmen von „Learn4Life!“


III: Ziele

Grundsatz und Ziel aller Maßnahmen ist es, das Thema HIV/AIDS in allen Bereichen des Vereins zu verankern (HIV/AIDS-Mainstreaming). Dabei wird unser Augenmerk vor allem darauf liegen, unsere Position zu diesem Thema tagtäglich soweit „vorzuleben“, dass wir damit nicht nur bei den Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei den Erwachsenen ein klares Zeichen setzen. Hierbei ist es dem Verein von besonderer Bedeutung, an das in den Township-Gemeinden existente Gemeinschaftsgefühl zu appellieren, wonach Schwache und Schlechtergestelle durch die Anderen gewöhnlich Halt und Unterstützung finden.


IV. Download

Masifunde HIV/AIDS-Policy herunterladen (pdf - 1437 KB)