Jahrzehntelang war Südafrikas Gesellschaft geprägt von Rassismus, Rassentrennung und der gesetzlich verankerten Benachteiligung der schwarzen Bevölkerungsgruppen. All dies sollte sich mit der Auflösung des Apartheidregimes Anfang der neunziger Jahre ändern. Doch auch fünfzehn Jahre nach der Installation demokratischer Strukturen sieht die Realität ernüchternd aus:
Noch immer ist das Land gezeichnet von sozialen Unterschieden, fehlender Chancengleichheit und innerer Spaltung. Während eine Minderheit westlichen Wohlstand genießt, lebt der Großteil der Bevölkerung weiterhin verarmt und mittellos. Aufgrund des sozialen Hintergrundes haben die Benachteiligten auch im demokratischen Südafrika nur geringe Chancen, aus eigener Kraft der Armut und Perspektivlosigkeit zu entkommen.
Einer der Hauptgründe der anhaltenden sozialen Ungleichheit liegt im südafrikanischen Bildungssystem:
Wie fast überall auf der Welt kostet gute Bildung viel Geld. Eine solche Ausbildung können sich nur die Kinder der Reichen des Landes leisten, die überwiegende Mehrheit muss sich hingegen mit einer mehr als ungenügenden Schulsituation zufrieden geben:
- Überfüllte Klassen
- unzureichend ausgebildete Lehrer
- Gewalt an den Schulen
- leere Kassen
- und mangelnde pädagogische Betreuung
sind der schulische Alltag für diese Kinder.
Umfassende Südafrika-Informationen erhalten Sie online im Südafrika Jahrbuch.
Walmer Township ist ein von Armut geprägtes Viertel in Port Elizabeth, Südafrika. Einzig getrennt durch eine Straße, liegt es inmitten des wohlhabenden, ursprünglich einzig von Weißen bewohnten Stadtteils Walmer. Auf nur vier Quadratkilometern leben hier fast 100.000 Menschen in ärmsten Verhältnissen, täglich konfrontiert mit dem Reichtum ihrer Nachbarn. Zwischen den zwei so unterschiedlichen Stadtteilen findet kaum Annäherung und Austausch statt.
Hohe Arbeitslosigkeit, Drogen– und Alkoholmissbrauch, (Jugend)-Kriminalität und eine hohe HIV-Neuinfizierungsrate sind die zentralen Probleme des Townships.